Ein Kalender zeigt, welcher Tag heute ist. So weit, so unspektakulär. Aber wer sagt eigentlich, dass er nicht noch viel mehr können darf? Zum Lachen bringen zum Beispiel. Geschichten erzählen. Erinnerungen bewahren. Zum Nachdenken anregen. Oder dazu verführen, die eigene Stadt mit ganz anderen Augen zu sehen.
Nach den ersten zwölf besonderen Kalendern für 2027 geht die Entdeckungsreise weiter. Diesmal mit Illustrationen, Fotografien, überraschenden Ideen und zwei Kalendern, die ganz ohne Jahreszahl auskommen. Denn wer sagt eigentlich, dass ein guter Kalender ein Verfallsdatum braucht?

Ein paar Striche, ein paar Worte. Fertig ist die Zeichnung. Sieht einfach aus. So einfach, dass man beinahe glauben könnte, das kriegt man selbst hin. Tja. Könnte man. Kriegt man aber nicht. Zumindest nicht so wie Tobias Vogel, besser bekannt als Krieg und Freitag. Seine Strichmännchen bringen zum Lachen, treffen gelegentlich einen wunden Punkt und schaffen es, mit einem einzigen Satz die Gedanken in eine völlig andere Richtung zu schicken.
53 solcher Zeichnungen stecken im Postkartenkalender 2027 – für jede Woche eine. Und weil sich die Kalenderblätter abtrennen lassen, kann man die kleinen Kunstwerke auch verschicken. Oder behalten. Manche sind einfach zu gut zum Hergeben.

Manche Kalender zeigen Landschaften. Andere Tiere, Blumen oder Sprüche. Dieser hier braucht nichts davon. Ihm reichen Farben. Und was für welche!
Zwölf Monate, zwölf Farbkompositionen. Von leuchtend und knallig bis hin zu sanft und zurückhaltend. Gedruckt im Risographie-Verfahren mit insgesamt 24 Sonderfarben, die sich überlagern, ineinanderfließen und dabei eine ganz eigene Tiefe entwickeln. Kein Blatt sieht aus wie das andere. Und selbst kleine Unregelmäßigkeiten im Druck gehören dazu.
Der Wandkalender 2027 von Herr & Frau Rio ist damit mindestens genauso Kunstwerk wie Kalender.

Was war eigentlich heute vor drei Jahren? Ein besonders schöner Ausflug? Eine Entscheidung, die alles verändert hat? Oder ein Abschied, der noch lange nachgewirkt hat? Es gibt Tage, die bleiben. Und andere, deren Bedeutung man erst viel später erkennt. Die Schönetagebox von sperlingb.design gibt solchen Erinnerungen Platz. Für jeden Tag gibt es eine Karte, auf der sich Erlebnisse und Gedanken festhalten lassen. Jahr für Jahr kommen neue Einträge hinzu. So entsteht mit der Zeit ein ganz persönlicher Rückblick aufs eigene Leben.
Irgendwann zieht man eine Karte heraus, liest die Zeilen und erinnert sich. An das, was schön war. An das, was schwer war. Manchmal liegen Jahre zwischen zwei Einträgen. Aber nur wenige Zeilen.

Mondkalender? Die entsprechende Schublade ist schnell aufgemacht. Und genauso schnell wieder zu. Doch dann kommt Carolin Magunia und bringt mit ihrem Mondkalender 2027 die ganze schöne Ordnung durcheinander.
Die Illustratorin hat sich intensiv mit Mondphasen, Sternzeichen und astrologischen Zusammenhängen beschäftigt. Ohne das Thema geheimnisvoll aufzuladen, verbindet sie ihr Wissen mit einer modernen Gestaltung und Gedanken, die überraschend leicht daherkommen. „Der Blick auf die Zukunft befreit.“ „Fühlen ist mutig.“ Kleine Sätze, die nicht erklären, wie die Welt funktioniert, sondern dazu einladen, den eigenen Blickwinkel zu verändern.
„Einfach mit dem Mond“ erscheint im DuMont Verlag in sieben verschiedenen Ausführungen. Vom Tischkalender über den Familienkalender bis zum Tagesabreißkalender.

Neues Jahr, neues Glück? Von wegen. Wer sich für 2027 vorgenommen hat, endlich die beste Version seiner selbst zu werden, sollte um diesen Kalender einen großen Bogen machen. Der demotivierende Tischkalender von Schlechte Karten hält 52 Wochen voller bitterböser Wahrheiten, Sarkasmus und Selbstironie bereit. Keine aufmunternden Lebensweisheiten, keine gut gemeinten Motivationstipps. Stattdessen die beruhigende Erkenntnis, dass nicht jeder Tag großartig sein muss. Und dass man darüber manchmal ziemlich herzhaft lachen kann.
Besonders schön: Der Humor beginnt schon auf der Website. Dort wird so konsequent gegen sämtliche Marketingfloskeln gewettert, dass selbst die Produktbeschreibung zum Vergnügen wird.
Gedruckt regional in Thüringen und Sachsen – auf Recyclingpapier. Offenbar nehmen die Macher zumindest eine Sache ernst.

Wie klingt ein Gedicht auf Finnisch? Auf Japanisch? Oder in einer Sprache, von der man noch nie gehört hat? Der Kinder Kalender lädt zu einer kleinen Weltreise ein. Ganz ohne Kofferpacken. Gedichte aus verschiedenen Ländern begleiten durchs Jahr: Jedes steht in Originalsprache und deutscher Übersetzung auf dem Kalenderblatt. Dazu kommen Illustrationen, die ebenso vielfältig sind wie die Verse selbst. Mal verspielt, mal überraschend, mal zum Schmunzeln.
Ausgewählt und herausgegeben von der Internationalen Jugendbibliothek in München erscheint der Kalender im Moritz Verlag.

Gemüse ist gesund. Sagt man. Dass es auch ziemlich unterhaltsam sein kann, beweist Illustrator Julian Opitz mit seinem Kalender „98% vegan“.
Hier wird Gemüse nicht einfach nur abgebildet. Es bekommt Charakter, entwickelt ein Eigenleben und landet in Situationen, mit denen wohl selbst eingefleischte Vegetarier nicht gerechnet hätten. Zwölf Illustrationen voller Bildwitz, schräger Ideen und einer gehörigen Portion Unsinn.
Und wer glaubt, damit sei das kreative Potenzial von Julian Opitz erschöpft, sollte unbedingt einen Blick auf die Website werfen. Dort warten weitere Kalender mit Titeln wie „Coffee Time“, „Heiter bis hopfig“ oder „Geflügel“.

Eine Holzleiste. Ein kleiner Stern. Mehr braucht es nicht, um einen Kalender zu gestalten. Jedenfalls nicht, wenn es nach Sebastian Bergne geht.
Der britische Designer hat den Monthly Measure entworfen. 31 Einkerbungen markieren die Tage eines Monats. Der Stern wandert täglich eine Position weiter und zeigt so das Datum an. Und dank der Buchstaben auf dem Stern lässt sich sogar der Wochentag ablesen. Ist der Monat vorbei, heißt es: Same procedure as last month.
Gefertigt wird der Kalender von side by side in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Er kommt mit erstaunlich wenig aus. Und bringt trotzdem alles mit, was ein Kalender braucht.

Ringelpullis sind Geschmackssache? Bei Auge an Hirn tragen sie alle einen. Und zwar mit einer Selbstverständlichkeit, als gäbe es überhaupt keine Alternative.
Hinter Auge an Hirn steckt Dagmar Gosejacob – oder Dachma, wie sie sich kurz nennt. Die Illustratorin, Comiczeichnerin und selbst ernannte Monsterzüchterin lebt in Ostfriesland und hat einen Plan: Die Welt ein bisschen bunter und freundlicher machen.
Mit ihrem Ringelpulli-Kalender dürfte ihr das gelingen. Jede Woche übernimmt ein anderer Charakter das Zepter. Jeder mit seiner eigenen Haltung, seiner eigenen Persönlichkeit und natürlich im Ringelpulli. Denn bei aller Verschiedenheit sind sich die Figuren in einem Punkt einig: Streifen gehen immer.

Hamburg hat mehr zu bieten als Michel, Hafen und Elbphilharmonie. Susanne Krieg alias Frau Elbville weiß das nur zu gut. Die Journalistin, Autorin und Fotografin erzählt Geschichten der Hansestadt in Worten und Bildern. Und entdeckt dabei immer wieder Orte und Details, an denen andere achtlos vorbeigehen würden.
Ihr Hamburg-Kalender 2027 ist deshalb weit mehr als eine Sammlung schöner Stadtansichten. Zu jedem Monatsmotiv gibt es eine kleine Geschichte und eine Beschreibung des Aufnahmeortes. Wer möchte, kann sich also selbst auf den Weg machen, den Ort entdecken und versuchen, das Motiv aus derselben Perspektive zu fotografieren.
Welche zwölf Aufnahmen letztendlich im Kalender landeten, entschied Susanne nicht allein. Für jeden Monat standen zwei Perspektiven eines Motivs zur Wahl. Ihre Community hat darüber abgestimmt, welches Foto im Kalender zu sehen ist.
Wer Hamburg nicht nur auf eigene Faust erkunden möchte: Susanne bietet auch Fotowalks an, bei denen sich Stadtentdeckungen mit Tipps rund um die (Smartphone-)Fotografie verbinden.

„Nicht jeder Tag im Leben ist Disco. Aber, wenn ich schon mal da bin, tanze ich auch!“ Wer so auf das Leben schaut, hat vermutlich auch für die weniger glanzvollen Tage einen passenden Spruch parat.
Carolin Magunia jedenfalls schon. Die Funny Quotes gehören zu den Anfängen ihrer Kalenderarbeit. Lange bevor ihr Mondkalender entstand, brachte die grafische Poetin ihre Gedanken und Wortspiele auf Kalenderblätter. Da heißt es „Mein Leben ist viel spontaner als ich“ oder „Wenn man nicht weiß, was man tut, ist der Alltag voller Überraschungen“. Sätze, bei denen man erst grinst und dann feststellt, dass ziemlich viel Wahrheit darin steckt.
Die Funny Quotes sind inzwischen im DuMont Verlag zu Hause und erscheinen 2027 in vier Ausführungen: als Tischkalender, Wandkalender, großformatiger Posterkalender und Notizkalender.

Wer spendet, will helfen. Will etwas bewegen. Und fragt sich doch, ob das Geld tatsächlich dort ankommt, wo es gebraucht wird. Die wenigsten können selbst hinreisen und nachschauen.
2002 begegnen Dr. Marc Ludwig und eine Freundin auf einer Motorradreise durch den Himalaya tibetischen Flüchtlingskindern. Eine Begegnung, die die beiden nicht mehr loslässt. Zurück in Deutschland entsteht eine Idee: Ein Kalender aus den Bildern der Reise, mit dessen Erlös sie helfen können. Die erste Auflage umfasst gerade mal 700 Exemplare.
Mehr als zwei Jahrzehnte später sind durch die Initiative über 660.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Das Geld wird ohne Abzüge an die German Doctors weitergegeben und fließt in deren Hilfsprojekte. Im indischen Jhargram beispielsweise bringt eine mobile Klinik medizinische Versorgung in abgelegene Dörfer. Hinzu kommen Aufklärungsangebote zu Hygiene, Ernährung und Familienplanung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung.
Und der Kalender? Die Fotografien ermöglichen Begegnungen mit Kindern, die weit entfernt aufwachsen. Heute fotografiert übrigens nicht mehr Dr. Marc Ludwig, sondern Thorge Berger. Die Bilder bringen Menschen ein Stück näher, denen man sonst vermutlich nie begegnen würde. Nicht für einen Augenblick. Sondern ein ganzes Jahr lang.
Bestellschluss: 25. Oktober 2026.

Die Jahresplanung angehen. Den nächsten Urlaub organisieren. Oder endlich Ordnung in die vielen Ideen bringen, die einem durch den Kopf schwirren. Was dafür fehlt? Ein passender Kalender. Am besten einer, auf dem sich alles ausbreiten lässt. Auf Papier. Mit einem Stift in der Hand.
Genau dafür gibt es Kalenderpedia. Auf der Website warten kostenlose Jahresübersichten, Monats- und Quartalskalender zum Ausdrucken. Vorlage auswählen, Drucker anwerfen und loslegen.
Besonders praktisch: Wer Inhalte für verschiedene Social-Media-Kanäle plant, kann für jeden Kanal eine eigene Übersicht anlegen und anschließend alles aufeinander abstimmen. Und weil die Kalenderblätter nicht an einen Bildschirm gebunden sind, funktioniert die Planung auch am Küchentisch, auf dem Sofa oder draußen in der Sonne. Manchmal ist analog eben doch die schönste Art, den Überblick zu behalten.


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