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Welche Bilder braucht ein kleines Label wirklich?

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Lies in diesem Artikel, wie aus einem gut geplanten Fotoshooting eine vielseitige Bildbibliothek für Website, Presse und Social Media entsteht.

Du hast ein kleines Label gegründet, steckst jede Menge Herzblut in deine Produkte und möchtest deine Marke endlich auch visuell professioneller präsentieren. Also müssen neue Fotos her!

Vielleicht hast du schon wunderschöne Produktbilder und ein ganz okayes Portrait von dir. Aber dann kommt die erste Presseanfrage, du möchtest deine Über-mich-Seite überarbeiten oder einen Beitrag auf LinkedIn veröffentlichen. Und plötzlich stellst du fest: Du hast zwar schöne Bilder, aber irgendwie nie das passende.

Diese Herausforderung habe ich als Fotografin schon öfters erlebt. Dabei muss es gar nicht für jeden Anlass ein neues Fotoshooting sein. Viel wichtiger ist, dass du dir vorher überlegst, welche Aufgaben deine Bilder später erfüllen sollen.

Erst die Planung, dann das Fotoshooting

Wenn Menschen ein Businessshooting planen, denken viele zunächst an ein paar Portraits für die Website. Dabei braucht dein Label mehr als ein einziges Portrait.

Denn was passiert eigentlich auf der restlichen Website? Welche Bilder begleiten deine Beiträge auf Social Media? Was zeigst du, wenn du über die Entstehung deiner Produkte sprichst? Und welche Motive könntest du einer Redaktion schicken, die über dein Label berichten möchte? Das sind Fragen, die ich gerne schon vor einem Shooting stelle.

Statt beispielsweise nur die Gründerin an ihrem Arbeitsplatz zu portraitieren, können wir sie auch bei ihrer Arbeit fotografieren. Wir halten kleine Details fest, zeigen ihre Hände, die Materialien und den Ort, an dem ihre Produkte entstehen. So erzählen die Bilder nicht nur, wer hinter der Marke steckt, sondern auch, was sie besonders macht.

Eine Geschichte, viele Motive!

Bei einem freien Fotoprojekt habe ich Lena besucht, die alten Möbelstücken neues Leben eingehaucht hat. Ich wollte sie unbedingt bei der Arbeit fotografieren. Mich hat besonders interessiert, wie sie arbeitet, wie ihre Umgebung aussieht und welche kleinen Details ihren Arbeitsalltag ausmachen.

Entstanden sind ganz unterschiedliche Bilder: Portraits von Lena und ihrer Kollegin, Aufnahmen ihrer Arbeitsräume, Details ihrer Werkzeuge und natürlich Bilder, die sie mitten im kreativen Prozess zeigen.

Wenn du unterschiedliche Perspektiven und Motive von Anfang an mitdenkst, kannst du aus einem Fotoshooting eine vielseitige Bildwelt entwickeln.

Lena auf einem Sofa, ein Werkstattbereich mit Kommode und Material sowie Hände mit Hammer, Schere und weiteren Werkzeugen.

Welche Bilder braucht ein kleines Label denn nun wirklich?

Natürlich ist jedes Unternehmen anders. Eine Schmuckdesignerin benötigt andere Motive als ein kleines Papeterie-Label oder eine Keramikmanufaktur.

Trotzdem gibt es einige Motive, die ich bei der Planung fast immer berücksichtigen würde.

1. Ein sympathisches Portrait: Zeig, wer hinter deiner Marke steckt

Menschen kaufen nicht nur Produkte. Gerade bei kleinen Labels interessieren sie sich häufig auch für die Menschen und Geschichten dahinter.

Deshalb gehört für mich mindestens ein gutes Portrait von dir dazu. Und damit meine ich nicht unbedingt ein klassisches Businessportrait mit verschränkten Armen und einem Lächeln in die Kamera. Ich denke eher an eine schöne Situation, in der du an deinem Arbeitstisch sitzt, in deiner Werkstatt stehst oder eines deiner Produkte in den Händen hältst. Wichtig ist, dass das Bild zu dir und deiner Marke passt.

Mein Tipp: Fotografiere nicht nur eine Variante. Ein direkter Blick in die Kamera funktioniert wunderbar für deine Über-mich-Seite oder einen Presseartikel. Ein etwas lockeres Portrait kann dagegen perfekt für Social Media sein.

Frau (Lena) im rosa T-Shirt zwischen Möbeln und Arbeitsmaterialien in einer Polsterwerkstatt.

2. Arbeitsszenen: Zeig, was du eigentlich machst

Das hier ist immer der schönste Teil. Denn gerade bei kleinen Labels steckt oft unglaublich viel Arbeit, Kreativität und Persönlichkeit hinter einem fertigen Produkt. Zeig diese Arbeit!

Wie entwirfst du deine Produkte? Welche Arbeitsschritte gehören dazu? Wie sieht es aus, wenn du Materialien auswählst, etwas verpackst oder an neuen Ideen tüftelst? Solche Bilder machen deine Marke greifbarer und geben dir gleichzeitig jede Menge Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen.

Aus einer einzigen Arbeitssituation können übrigens ganz unterschiedliche Motive entstehen: eine Aufnahme der gesamten Situation, ein engerer Ausschnitt und ein kleines Detail, bei dem man vielleicht nur deine Hände sieht.

Lena streicht die Rückenlehne eines Stuhls; daneben eine Nahaufnahme ihrer Hand mit Pinsel.

3. Produktbilder: Zeig, was du verkaufst

Hier würde ich zwischen zwei Arten von Bildern unterscheiden.

Zum einen brauchst du klare Produktaufnahmen, auf denen man Form, Farbe und wichtige Eigenschaften gut erkennen kann. Besonders für deinen Onlineshop sind solche Bilder wichtig.

Zum anderen können inszenierte Produktbilder sinnvoll sein. Beispielsweise dein Produkt in Benutzung, in einer passenden Umgebung oder gemeinsam mit anderen Produkten deiner Kollektion. Diese Bilder vermitteln nicht nur, was du verkaufst, sondern auch das Gefühl deiner Marke.

4. Details: Die kleinen Dinge erzählen oft die schönsten Geschichten

It’s all about details und ich liebe Details! Hände, die etwas herstellen. Materialien, die auf dem Arbeitstisch liegen. Ein Werkzeug, das täglich benutzt wird. Oder die liebevoll gestaltete Verpackung eines Produkts.

Solche Motive werden bei der Planung gerne vergessen. Dabei sind sie unglaublich vielseitig. Du kannst sie auf deiner Website als ergänzende Bilder einsetzen, für Social-Media-Beiträge verwenden oder mit ihnen Einblicke in deine Arbeitsweise geben.

Zwei Nahaufnahmen vom Streichen einer Stuhllehne: Hand mit Pinsel und geöffnete Dose mit hellem Anstrichmittel.

5. Bilder mit Platz für Text

Diesen Punkt haben viele beim Shooting überhaupt nicht auf dem Schirm. Ein schönes Foto ist nämlich nicht automatisch für jedes Format passend.

Vielleicht möchtest du später eine Überschrift auf dem Foto platzieren oder es als großes Titelbild auf deiner Website einsetzen. Dafür braucht das Motiv Platz.

Ich fotografiere deshalb gerne bewusst auch Bilder, bei denen sich das Hauptmotiv eher am Rand befindet oder im Hintergrund eine ruhige Fläche entsteht.

Genauso wichtig: Denk auch an unterschiedliche Formate. Ein Querformat kann auf deiner Website wunderbar funktionieren, während du für Instagram oder LinkedIn vielleicht ein Hochformat brauchst.

Nur Budget für ein Shooting? Diese fünf Motive würde ich priorisieren

Wenn dein Budget begrenzt ist, würde ich nicht versuchen, möglichst viele unterschiedliche Szenen und Locations in ein Shooting zu quetschen.

Lieber ein paar weniger Situationen, dafür aber gut durchdacht und mit unterschiedlichen Bildausschnitten.

Diese fünf Motive wären meine Priorität:

  1. Ein sympathisches Portrait von dir, auf dem man dich gut erkennt und das du für deine Website, Presse und Social Media verwenden kannst.
  2. Eine authentische Arbeitsszene, die zeigt, was du machst und wie deine Produkte entstehen.
  3. Ein aussagekräftiges Produktbild, das dein Angebot klar und hochwertig präsentiert.
  4. Ein Detailmotiv, beispielsweise von deinen Händen, Materialien oder einem besonderen Arbeitsschritt.
  5. Ein vielseitiges Bild mit Freiraum, das du als Website-Header oder mit zusätzlichem Text für deine Social-Media-Posts nutzen kannst.

Natürlich können die Prioritäten je nach deinem Unternehmen etwas anders aussehen. Für ein reines Produktlabel sind gute Produktbilder unverzichtbar. Wer dagegen vor allem seine eigene Expertise verkauft, sollte stärker auf Portraits und Arbeitssituationen setzen.

Und noch ein Tipp: Die fünf Motive bedeuten nicht unbedingt nur fünf fertige Bilder. Wenn du ein Motiv entwickelst, lassen sich daraus oft mehrere unterschiedliche Aufnahmen entwickeln.

Stichwort: Aus unterschiedlichen Perspektiven fotografieren! Und schon hast du von einem Motiv ganz viele unterschiedliche Bilder.

Lena arbeitet an einem Polstersessel, daneben ihre Hände mit Holzhammer und Werkzeug am Bezug sowie Werkzeuge auf der Sitzfläche.

So holst du mehr aus deinem Fotoshooting heraus

Eine gute Vorbereitung macht für mich einen riesigen Unterschied. Und damit meine ich nicht, dass du eine mega lange Checkliste abarbeiten musst.

Schau dir zuerst deine vorhandenen Bilder an und entscheide dann, welche Motive du wirklich brauchst:

Was funktioniert schon gut? Welche Motive fehlen dir immer wieder – wo denkst du: Ach, das hätte ich jetzt gerne? Vielleicht hast du genügend Portraits, aber kein einziges Bild, auf dem du tatsächlich arbeitest oder deine Produkte zu sehen sind.

Überlege dir, wo deine Bilder später eingesetzt werden sollen.

Website, Onlineshop, Presse, Newsletter, Instagram oder LinkedIn? Du musst nicht für jeden Kanal eigene Bilder machen lassen. Aber wenn du weißt, wo sie später erscheinen sollen, kannst du die Bildausschnitte direkt passend planen.

  • Website und Onlineshop brauchen meistens eine gute Mischung aus Quer- und Hochformat.
  • Für Instagram und LinkedIn solltest du auch Hochformate einplanen.
  • Auch Newsletter und Presse brauchen wahrscheinlich eine gute Mischung aus beiden Formaten.

Und ganz wichtig: Denk nicht nur an heute.

Vielleicht möchtest du in ein paar Monaten deine Website überarbeiten oder ein neues Angebot vorstellen. Je zeitloser und vielseitiger du deine Bildwelt planst, desto länger kannst du sie nutzen.

Was kannst du selbst fotografieren und wann lohnt sich professionelle Unterstützung?

Nicht jedes Foto muss von einem Profi sein. Gerade für kleine Labels mit begrenztem Budget finde ich es sogar sinnvoll, beides miteinander zu kombinieren.

Spontane Einblicke in deinen Arbeitsalltag, kleine Behind-the-Scenes-Momente, neue Produktideen oder kurze Videos lassen sich häufig wunderbar mit dem Smartphone festhalten. Diese Bilder dürfen ruhig etwas unperfekter sein. Schließlich geht es dabei oft darum, Menschen mitzunehmen und deinen Alltag zu zeigen.

Anders sieht es bei den Bildern aus, die deine Marke langfristig repräsentieren sollen.

Dein Portrait, die wichtigsten Bilder deiner Website oder deines Onlineshops und aufwendigere Produktaufnahmen sollten in meinen Augen besonders sorgfältig umgesetzt werden. Deine Website ist dein Schaufenster und sollte gut und einladend aussehen.

Hier kann professionelle Fotografie sinnvoll sein. Nicht nur wegen der Qualität, sondern auch wegen der Planung, der Bildgestaltung und des Blicks dafür, welche Motive du tatsächlich brauchst.

Mein Tipp wäre deshalb, dein Budget lieber gezielt in ein kleineres Fotoshooting zu investieren und die Bilder anschließend regelmäßig durch eigene, spontane Aufnahmen zu ergänzen.

So bleibt deine Kommunikation lebendig, ohne dass du ständig neue Shootings organisieren musst.

Fazit: Nicht mehr Bilder, sondern die richtigen

Du siehst, ein gutes Fotoshooting muss nicht zwangsläufig groß oder aufwendig sein. Entscheidend ist, dass du dir vorher Gedanken darüber machst, was deine Bilder für dich leisten sollen.

Wenn du diese unterschiedlichen Aufgaben schon bei der Planung berücksichtigst, entsteht aus einem einzigen Fototermin mehr als eine Sammlung schöner Fotos.

Über die Autorin:

Mirjam Kilter ist Personal Branding und Businessfotografin aus Hamburg. Sie fotografiert Selbstständige und Unternehmen und entwickelt gemeinsam mit ihnen authentische Bildwelten für Website, Social Media und die Unternehmenskommunikation.

Mirjam Kilter mit Kamera in einem hellen Raum.
Mehr von Mirjam gibt’s hier …
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