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Martina Olonschek: Mediengestaltung und frische Papeterie aus Hamburg

Es ist Freitag. Lítil-Tag bei der Wahl-Hamburgerin Martina Olonschek. Das Lítil ist ein kleiner, sehr feiner Laden im Stadtteil Ottensen. Gemeinsam mit fünf anderen Kreativen bietet die Mediengestalterin hier die Produkte ihrer beiden Labels Frau Schnobel Grafik und Rapü Design zum Verkauf.

Martina Olonschek, Mediengestalterin aus Hamburg

Freitag ist Litil-Tag bei Martina Olonschek

Den Norden im Blut

Sie ist ein echtes Nordlicht. Aufgewachsen ist Martina in Jever, ihr Studium (Anglistik und Wirtschaftswissenschaften) hat sie in Oldenburg absolviert. „Nachdem ich direkt nach dem Abi keine Lehrstelle als Mediengestalterin gefunden habe, dachte ich mir, Texte zu schreiben und für Magazine oder Zeitungen zu arbeiten, könnte mir auch gefallen. Man sagte mir, es sei völlig egal, was ich studiere. Also hab‘ ich mir Fächer ausgesucht, die mich interessieren. In Oldenburg – für Hamburg reichte mein NC nicht – hab’ ich …“ sie macht eine Pause und betont: „… zwangsweise auf Lehramt studiert. In meiner abschließenden mündlichen Prüfung musste ich allerdings versprechen, niemals Lehrerin zu werden … Zu viel Slang“, erinnert sich die Blondine und zwinkert schelmisch. Direkt nach dem Studienabschluss zog die heute 33-jährige nach Hamburg, wo sie ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital & Print bei Friesisch Advertising unweit des Karoviertels machte. „Das war sehr schön“, erinnert sich die Blondine. „Der beste Chef, den ich jemals hatte.“ Und Chefs hat sie einige kennengelernt …

Der Weg ist das Ziel

„Eigentlich wollte ich direkt nach der Ausbildung auf die AIDA, um dort die Bordzeitung zu machen und einfach mal rauszukommen“, erzählt Martina. Warum sie es dann nicht tat? Die Liebe … „Ich habe meinen Freund kennengelernt.“ Sie lacht und zuckt mit den Schultern. Und berichtet von ihrer Zeit in verschiedenen Unternehmen und Agenturen.

2014 dann gründet sie Frau Schnobel Grafik. „Im Januar habe ich beschlossen, den Schritt zu wagen. Im Mai ging’s dann offiziell los“, erinnert sich Martina. Der Gründungszuschuss der Arbeitsagentur sei Gold wert gewesen, erzählt sie. Ohne ihn wäre alles viel viel schwieriger geworden.

Frau Schnobel Grafik. Das erste Label von Martina Olonschek

Den Anfang ihres Portfolios machen Klappkarten und gestaltete Bilderrahmen. Ihren Arbeiten merkt man die Liebe zu Hamburg , ihre Vorliebe für Frittiertes („Ich will Pommes! Jetzt! Sofort!“) und Bier („Bier. Hier! Zu mir!“) und ihren Humor („Diese Karte ist 100% laktose-glutenfrei & auch noch vegan“) an.

Kundenaufträge kommen zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht in Frage. „Ich wollte machen, was mir gefällt. Leider entscheiden sich Kunden – und auch Chefs – oft ausgerechnet für den Entwurf, der einem persönlich am wenigsten gefällt.“ Heute arbeitet Martina gerne auf Anfrage und lehnt die Aufträge, die nicht zu ihr passen, ab. Zum Glück habe sie aber auch meistens ganz nette Kunden. „So macht das Spaß und alle haben was davon.“

Auf die Frage, was ihr schönstes Kundenprojekt war, folgt eine kurze Pause. „Ich habe zwei: Die Konfirmationsbücher des Verlages Neukirchener Aussaat. Und gerade ist ein Tapetenbuch rausgekommen, in dem ich selbst – neben meiner Ladenkollegin Käselotti – mit eigenen Motiven vertreten bin. Und ich durfte das komplette Kollektionsbuch gestalten“, sagt sie dann. Die Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben. Überhaupt mache sie gerne zusammenhängende Projekte wie Bücher und Broschüren, fügt sie hinzu.

Bücher und Broschüren gestaltet Martina Olonschek am liebsten

Bunter. Cleaner. Rapü Design.

Ihre Leidenschaft für Komplexität spürt man bei den Arbeiten ihres zweiten Labels. Unter dem Namen Rapü Design hat Martina im vergangenen Jahr ein Hamburg-Artprint gestaltet. Ein „Wimmelbild“ – jeder der 104 Stadtteile liebevoll versehen mit Sehenswürdigkeiten und frischen Sprüchen.

Zurzeit ist es, was Grafikarbeiten und Co. betrifft ein bisschen ruhiger bei Martina Olonschek. Die Mediengestalterin richtet gerade ihren neuen Arbeitsraum ein. Sie habe darüber nachgedacht, sich ein Büro zu mieten, erzählt die 33-jährige. Aber: „Ich bin jemand, der gerne im Schlafanzug arbeitet.“

7 Kommentare

  1. Sehr locker, fröhlich leicht drauf los geschrieben. Freut mich, die Autorin und die Modegestalterin selbst auf die Art kennengelernt zu haben.
    Ich liebe Geschichten, wie diese.
    Viel Erfolg weiterhin. Grüßle Manu

    • Melanie sagt

      Vielen Dank für die lieben Worte, liebe Manu! Das geht runter wie Öl.

  2. Indra sagt

    Im Frottischlafanzug hattest du einfach auch immer die kreativsten Ideen. Du bist so oder so großartig. Weiterhin viel Erfolg!

    • Melanie sagt

      Liebe Indra,
      ich war echt versucht, bei Martina vorbeizufahren, um sie im Schlafanzug zu fotografieren 😉
      Liebe Grüße Melanie

    • Martina sagt

      Hach Frottee… hihi. Danke! Du auch! Bald gehen wir wieder Pommes essen!

  3. Martina sagt

    Vielen lieben Dank, Melanie, dass Du mich besucht und Dir die Zeit für diesen Artikel über mich genommen hast!

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