Im Gespräch: Mit Johanna Pröpstl vom BesondersMarkt

Am 16.02.2020 ist es wieder soweit und der BESONDERSMARKT öffnet im Museum der Arbeit seine Pforten. Für GESCHENKMAMSELL gehört der Markt zu einem der schönsten Designmärkte, die die Hansestadt zu bieten hat. Johanna Pröpstl hat den Markt vor weit mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen.

Liebe Johanna, den BESONDERSMARKT gibt es jetzt ja schon seit vielen, vielen Jahren. Der wievielte Markt ist der Designmarkt am 16.02.2020?

Oh, das kann ich gar nicht wirklich beantworten, alles hat ja ganz klein im Eimsbüttler Turnverein angefangen mit BESONDERSSCHÖN zwei Mal im Jahr. Das war 2006. Nach zwei weiteren Locations kamen wir ins Museum der Arbeit. Ich hatte gerade meine Partnerin mit der ich einige Jahre zusammengearbeitet habe kennengelernt. Es kam BESONDERSLECKER dazu.

Seit 2018 gibt es nun das neue Format des BESONDERSMARKTS. Seit 2011 sind wir im Museum der Arbeit zuhause und kommen alleine dort auf über 20 Märkte. Das finde ich jetzt selbst erstaunlich.

Zwischendurch war der Markt in einer anderen Location, wenn ich mich richtig erinnere. Was macht für dich das Museum der Arbeit so besonders?

Johanna Pröpstl vom BESONDERSMARKT
Banner BESONDERSMARKT
Impressionen vom Besondersmarkt im Museum der Arbeit in Hamburg.

Wir mussten in einem Jahr das Museum der Arbeit übergangsweise verlassen und haben dadurch erst gemerkt was wir daran haben. Es ist die optimale Größe. Ich persönlich möchte gar nicht mehr Aussteller pro Markt reinnehmen. Es soll ja für alle Sinn machen und die Besucher sollen nicht komplett reizüberflutet werden. Für die Besuchermenge könnte es vielleicht einen Tick geräumiger sein. Das alte Fabrikgebäude mit dem Tageslicht ist wunderschön und dazu der herrliche Hof. Meistens gibt es vom Museum selbst eine Aktion wie z. B. Drucken mit einer alten Handdruckmaschine. Das alte Handwerk mit modernem Design als Kontrast gefällt mir. Ich finde auch gut, dass der Markt nicht in einem der üblichen Stadtteile stattfindet.

Wie viele Aussteller sind dieses Mal dabei? Welche Branchen sind vertreten?

Es ist wie immer eine bunte Mischung von rund 90 Ausstellern. Vertreten sind verschiedene Feinkostmanufakturen mit selbstgemachten Spezialitäten oder Leckereien aus bestimmten Ländern. Da gibt es z. B. Olivenöl, Honig, Aufstriche, Ingwerdrinks, Karamellcreme, Spirituosen, Schokolade, Wohnaccessoires, Textilien, Taschen, Schmuck, etwas Mode und Modeaccessoires, Illustrationen und Drucke, Kinderkleidung, Meditationskissen und dann natürlich Food Trucks. Und Getränke von unseren Partnern Elbler und Black Delight.

Wer sucht die Aussteller aus? Wie läuft das ab?

Die Auswahl treffe ich. Natürlich spielt da auch mein persönlicher Geschmack eine Rolle aber ich weiß auch genau, was unsere Besucher lieben. Da entscheide ich viel aus dem Bauch heraus. Über die Jahre habe ich ein Gespür entwickelt was zusammen passt. Dabei sind Kontraste und sehr verschiedenen Produkte auch spannend. Es soll für jeden was dabei sein, also eine Vielfalt ist wichtig aber trotzdem sehr fein kuratiert. Das Grundniveau des Auftritts ist wichtig, der rote Faden. Hinter den Produkten muss eine gute Idee stecken, sie müssen charmant oder witzig und eben auf ihre weise besonders sein. Wenn Trends schon zu oft gesehen wurden kommen sie bei uns nicht mehr vor. Es sei denn sie sind zu zeitlosen, Klassikern geworden. Natürlich geht es bei der Auswahl auch darum nicht zu viele Aussteller von einer Kategorie dabei zu haben.

Gibt es Labels, die zum ersten Mal dabei sind? Und wer gehört zu den alteingesessenen Ausstellern? Gibt es die überhaupt?

Ja es sind einige tolle neue Labels dabei, teilweise sind sie nur bei uns neu, teilweise sind sie zum ersten Mal auf einem Markt, darüber freue ich mich immer ganz besonders. Neu dabei sind z. B. Ovisproducts aus Leipzig mit Wohnaccessoires aus Beton, Elbbrand Gin, Heedy Organic Tea, Annalenasteidle mit Schmuck, atelier von mit von Hand natürlich gefärbten Textilien, Karmoos mit Hamamtüchern aus Tunesien, Taimanta mit Strandtüchern in grafisch-buntem Design, Die Mützenmacher und etliche mehr.

Betongedöns auf dem BesondersMarkt in Hamburg.

Immer wenn du bei einem kleinen Label kaufst, tanzt irgendwo ein echter Mensch einen kleinen Freudentanz.

Impression vom BesondersMarkt in Hamburg.

Und ja es gibt “Alte Hasen“ also Aussteller die immer wieder kommen oder auch immer mal zwischendrin. Dazu gehören beispielsweise Gleem Finest Natural Sweets, buchholz., Betongedöns, beeGoodies, Icevogel, Knallbraun, Cafe Sierrazul, Erdenstolz, Mus muss, Katrins Küche und Stadtholz. Einige Aussteller der ersten Stunde im Museum der Arbeit sind nach längerer Pause mal wieder dabei z.B. 1001 Gewürze, Kerresinhio, Christina Salzwedel Porzellan, Catherina Türk, Für die Besucher ist es wichtig, dass nicht immer dieselben dabei sind es Wechsel gibt, da verordne ich manchmal auch ne Pause. Wenn jemand bei mir seinen ersten Auftritt hatte und dann Jahre später ein erfolgreiches Label hat Wie die Keramikerinnen Sinikka Harms und Tina Kami, dann freue ich mich ganz besonders.

Welche Aussteller und Labels findest du im Moment besonders spannend? Welcher Trend begeistert dich?

Im Food Bereich tut sich einiges, generell wird das Bewusstsein für die Herkunft von Lebensmitteln größer. Gesunde Ernährung die Spaß macht ist angesagt. Da fällt mir sofort Alexis und sein Aromaolymp ein. Er bietet griechische Bioprodukte in bester Qualität an, megalecker und in einer Hamburger Behindertenwerkstatt verpackt. Saisonale und regionale Lebensmittel spielen zunehmend eine Rolle, Sätze wie: „wenn Fleisch dann gutes“ hört man häufiger, natürlich sind vegane Produkte im Trend sei es beim Food oder in der Mode. Ich möchte  bei meinem Markt aber eine Mischung haben, den veganen Aufstrich, die Wildwurst, das Angusfleisch aus der Region, den Biokäse und dazu auch die lecker-zuckrig klebrige Karamellcreme.

Generell spielt Nachhaltigkeit für unsere Zielgruppe eine große Rolle, da werden auf einmal wieder handwerkliche Produkte wie Handseife und Bürsten attraktiv. Dieses Mal ist das Seifenkontor Hamburg und die trendige Variante von der Grete Manufaktur dabei. Wie Bürsten gemacht werden können die Besucher am Stand von Tiwos Bürstenmanufaktur live erleben. Und sehr im Trend ist alles rund um Planzen und entsprechend haben wir da die passenden Aussteller dabei: Balkonfreundin, Plantlover, greenupyourspace und Pflanzen im Glas.de.

Im vergangenen Jahr gab es den ersten Pop-Up-Store: Wie geht’s in der Richtung weiter?

Es ist tatsächlich schon der zweite Xmas Pop Up gewesen und das hat mir wieder richtig viel Spaß gemacht. Das Zusammenstellen der Ware, das Verkaufen, der Kontakt mit den Kunden und Lieferanten war so schön, dass ich das nicht mehr missen möchte. Deshalb wird es zukünftig einen Öffnungstag in der neuen Heimat von BESONDERS Hamburg im Hellkamp 60 geben. Wann es genau los geht kann ich aber noch nicht sagen. Die Räumlichkeiten teile ich mir mit Friederike die dort schon einige Jahre ihr Grafikdesign Studio STUDIOFRIGO betreibt und auch das BESONDERS Design gestaltet.

Wir haben viele Ideen diesen kreativen Raum zu nutzen, sind aber noch in der Findung. Was ich schon verraten kann, dass es Blumenworkshops mit Anne von Bloomgerie geben wird.

Wenn du dir für den BESONDERSMARKT etwas wünschen dürftest, was wäre das?

Ich wünsche mir vor allem, dass ich immer im richtigen Moment die richtige Weiche stelle, um mein viertes Baby großzuziehen, damit meine ich nicht wirklich groß sondern weiterhin erfolgreich, so dass es Besuchern, Ausstellern und mir Freude bereitet.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?

Ich merke zunehmend, dass bei allem was ich tue die besondere Zusammenstellung, das ist was ich gut kann und liebe. Sei es bei den Ausstellern, bei den Produkten für den Laden oder beim kuratieren besonderer Geschenkboxen. Auch zuhause lebe ich das beim Dekorieren aus.

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